Fünf Monate vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus muss Berlins Regierungschef Kai Wegner (CDU) noch einmal seine Regierung umbilden: Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson (parteilos) tritt wegen einer Affäre um Fördermittel gegen Antisemitismus zurück. Die 56-Jährige zog damit Konsequenzen aus einem Bericht des Rechnungshofs, der die Förderung mehrerer Projekte als rechtswidrig kritisiert hatte.
Wegner muss damit bereits zum zweiten Mal während seiner Amtszeit eine Nachfolge für den Posten finden. Vor einem Jahr war der damalige Kultursenator Joe Chialo (CDU) zurückgetreten, begründet hatte er das damals mit dem Ausmaß der Kürzungen im Kulturbereich.
Inmitten des Spardrucks und entsprechend großer Proteste aus der Kulturbranche sollte es dann Wedl-Wilson richten. Die in Großbritannien geborene Kulturmanagerin leitete früher die Berliner Hochschule für Musik Hanns Eisler, war dann Staatssekretärin und rückte nach Chialos Rücktritt auf. Nun tritt sie selbst nach nicht mal einem Jahr ab.