Berlin hat für viele Deutsche einer Umfrage zufolge stark an Anziehungskraft verloren. Danach stimmen nur noch 31 Prozent der Befragten der Aussage zu, Berlin sei eine faszinierende Metropole, wie aus einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach für die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» («FAZ») hervorgeht. Dagegen finden 36 Prozent, Berlin sei eine Hauptstadt ohne Ausstrahlung. Für die Umfrage wurden vom 1. bis zum 13. August 1.039 Personen in Interviews befragt.
Vor zwei Jahrzehnten sah das Bild noch ganz anders aus: Bei einer Allensbach-Umfrage im Jahr 2007, aus der die «FAZ» zitiert, gaben 66 Prozent an, die Hauptstadt sei eine faszinierende Metropole, während damals nur 14 Prozent äußerten, Berlin habe keine Ausstrahlung.
Was zeigt: Der vom damaligen Regierenden Bürgermeister Berlins Klaus Wowereit geprägte Spruch, Berlin sei arm, aber sexy, war nicht nur durch wirtschaftliche Daten, sondern auch durch Umfragen gedeckt. Aber schon vor mehreren Jahren hieß es, der Spruch stimme schon lange nicht mehr. Zehntausende Erwerbstätige zogen in diesen Jahren an die Spree, die Mieten explodierten, die Clubszene fürchtete ums Überleben. Statt «Arm, aber sexy» gelte eher «Arm, sexy und reich», hieß es.