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Medienanstalt: Altersgrenzen allein schützen Kinder nicht

Ob Altersbeschränkungen für die Social-Media-Nutzung helfen, ist umstritten. (Symbolbild)  / Foto: Marcus Brandt/dpa
Ob Altersbeschränkungen für die Social-Media-Nutzung helfen, ist umstritten. (Symbolbild) / Foto: Marcus Brandt/dpa

Islamistische Propaganda, NS-Symbole, Pornografie – vieles ist für Kinder online zugänglich. Sind Altersbeschränkungen bei der Nutzung von Social Media die richtige Antwort darauf?

Die Chefin der Medienanstalt Berlin-Brandenburg, Eva Flecken, sieht Altersbeschränkungen für die Nutzung von Social Media skeptisch. «Ich verstehe jedes Elternteil und auch die Politik, die nach greifbaren, vielleicht einfachen Lösungen suchen, wenn es um den Schutz und die Sicherheit unserer Kinder und Jugendlichen im Netz geht», sagte sie dem «Nordkurier». «Ob aber eine Altersgrenze, wie sie derzeit politisch diskutiert wird, dieses Ziel überhaupt erreichen kann, da bin ich mir nicht ganz sicher.»

Es gebe bei der Problemanalyse aber Einigkeit. Nach den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) der Plattformen dürften Kinder und Jugendliche unter 13 oder 14 Jahren sie ohnehin nicht nutzen. «Sie überprüfen aber das Alter nicht effektiv. Vielleicht sollten sich die Plattformen schlichtweg an ihre eigenen AGB halten und diese auch wirksam durchsetzen.»

In Brandenburg gibt es seit längerem eine Diskussion über das Thema. Unter anderem Brandenburgs Inneninnenminister Jan Redmann (CDU) hatte sich jüngst für eine Altersbegrenzung ausgesprochen. 

Islamistische Propaganda oder Pornografie 

Auch die Landesmedienanstalt sieht beim Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet Handlungsbedarf: «Wir wurden vom Gesetzgeber verpflichtet, dafür zu sorgen, dass Inhalte, die Kinder und Jugendliche gefährden oder in ihrer Entwicklung beeinträchtigen können, aus dem Netz verschwinden», sagte Flecken. «Wir reden hier von extremistischen Inhalten wie NS-Symboliken, islamistischer Propaganda oder Pornografie, die ohne Altersbeschränkung auch für Zehnjährige abrufbar ist.» 

Wichtig sei aber auch Prävention. «Wir müssen Kinder und Jugendliche in die Lage versetzen, sich genauer anzuschauen, auf welchen Plattform verbringe ich wie viel Zeit und was sehe ich da», so die Expertin. «Sehe ich dort Inhalte, die mich verstören? Wie und wo kann ich die melden?» Aber auch Familien, Eltern und Lehrkräfte müssten beim Thema Informations- und Nachrichtenkompetenz von Kindern und Erwachsenen fitter gemacht werden. Entsprechende Angebote ließen sich auf dem Portal der Medienanstalt unter www.jewusst-wie.de finden.

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