Einblicke in abstruse Ideen hat es im Koblenzer Prozess um einen geplanten Umsturz in Deutschland reichlich gegeben. Seit zwei Jahren geht es dort vor dem Oberlandesgericht um die «Vereinten Patrioten», eine Gruppe sogenannter Reichsbürger, um ihre Pläne und ihre verworrenen Ideen. Die Verschwörungstheorien und Selbstdarstellungen der Anhänger prägten den Prozess. Doch wie gefährlich ist die Gruppe nun?
«Traditionell organisierte extrem rechte Reichsbürger nutzen das Gericht als Bühne», analysiert der Politikwissenschaftler Jan Rathje vom Center für Monitoring, Analyse und Strategie, der sich seit Jahren mit Rechtsextremismus und den «Reichsbürgern» beschäftigt. Die Anhänger dieser Ideologie erkennen die Bundesrepublik und ihre demokratischen Strukturen nicht an.
«Reichsbürger versuchen, innerhalb des Gerichtsaals häufig die Existenz des Holocaust infrage zu stellen, mit dem Ziel, damit die Legitimation der Bundesrepublik Deutschlands anzugreifen», sagt der Wissenschaftler. Das sei eine gängige Strategie. Man habe es hier mit dem explizit antisemitischen und extrem rechten Kern des Milieus zu tun.