Die kleine Oder-Insel bei Küstrin-Kietz in Ostbrandenburg ist nicht weit vom Grenzübergang nach Polen entfernt. 1991 wurde das Gelände mit alten Kasernenanlagen von den Russen geräumt. Es entwickelte sich ein Naturschutzgebiet. Auf dem verlassenen Areal plant das Innenministerium ein Ausreisezentrum für Flüchtlinge, die keine Chancen auf ein Bleiberecht haben. Rückführungen sollen so schneller gehen. Der Landesflüchtlingsrat kritisiert, es werde ein «menschenfeindliches Abschottungssystem» etabliert.
An diesem Freitag wird sich die neue Landesintegrationsbeauftragte Diana Gonzalez Olivo vor Ort über die Planungen zum Ausreisezentrum informieren. Sie hatte ihr Amt im Mai angetreten. Auch Mitglieder des Landesintegrationsbeirates, der beim grün geführten Sozial- und Integrationsministerium angesiedelt ist, sollen beim Besuch der Oder-Insel dabei sein.
Der Landrat des Kreises Märkisch-Oderland unterstützt das Vorhaben auf der Oder-Insel. Die Bürger des kleinen Ortes lehnen es ab, haben Sorgen um die Sicherheit. Auch die Grünen kritisieren das Projekt - wenn auch aus anderen Gründen.