Die ehemalige Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) vermisst in ihrer Partei das frühere Gewicht christlicher und sozialer Werte. «Ich finde, dass die sozialethische Komponente in der CDU derzeit zu wenig betont wird», sagte Grütters, die 2025 aus dem Bundestag ausscheidet und ihre politische Karriere beendet, der «Berliner Morgenpost».
Appell für christliche Werte
Sie habe immer versucht, gesellschaftliche und kulturelle Fragen zusammen mit ihrem Glauben zu betrachten. «Es gibt zwar immer noch einzelne markante Sozialpolitiker, aber diese Handschrift kommt in der Partei insgesamt doch zu kurz», sagte Grütters weiter. «Gerade in Fragen wie Migration oder Bildungspolitik würde es helfen, wenn wir unsere christlichen Werte klarer und stärker einbringen würden.»
Die Soziale Marktwirtschaft versuche, einen Ausgleich zwischen Stärkeren und Schwächeren zu schaffen, betonte Grütters weiter. Schwächere sollten nicht Bittsteller sein, sondern hätten einen Anspruch auf Solidarität und bewahrten so ihre Würde. «Diese Haltung fehlt mir in der aktuellen Politik oft.»