Bei der Europawahl hat die AfD in Thüringen die CDU von Platz eins verdrängt, mit ihrem Personal aber die Stichwahlen um die Landratsämter verloren. Der Erfurter Politikwissenschaftler André Brodocz sieht die AfD in einem Dilemma. «Sie ist stärkste Kraft, aber weit von Mehrheiten entfernt», sagte er am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. Der AfD fehle damit eine reale Machtoption. «Um Politik zu gestalten, müsste die AfD koalitionsfähig werden.» Sonst laufe die Partei, die in Thüringen vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft wird, Gefahr, dass «ihre Wähler auf Dauer möglicherweise unzufrieden sind».
Thüringens SPD-Chef Georg Maier wies darauf hin, dass alle AfD-Kandidaten bei den Stichwahlen leer ausgingen. «Und das macht deutlich, dass die Menschen der AfD, wenn es um Personen geht, nichts zutrauen. Die haben kein personelles Angebot.» Bei den Stichwahlen zu den Landratsämtern und Rathäusern am Sonntag konnte vor allem die CDU punkten, die ihre Rolle als starke Kommunalpartei stabilisierte.