Drei Monate vor den wichtigen Landtagswahlen in Ostdeutschland läuft sich die Linke für Proteste gegen die Bundesregierung und gegen die AfD warm. Unter dem Motto «Es reicht!» berät die Partei bis Sonntag über ihre Linie. Gestritten wurde vorab über die Haltung zum Nahost-Konflikt und über Äußerungen von Mitgliedern der Linksjugend Solid, die Israel beschimpft und die DDR und den Stalinismus bejubelt haben sollen.
Co-Parteichef Jan van Aken sagte kurz vor Beginn des Parteitags, wenn Jugendliche so etwas sagten, müsse man mit diesen reden und ihnen einschärfen, «das geht auf gar keinen Fall». Wenn Menschen Funktionen bei Solid hätten, «dann muss man Konsequenzen ziehen».
Offene Konflikte über die Haltung zu Israel erwarte er nicht, beteuerte van Aken. «Wir sind uns alle einig darin, dass man diese israelische Regierung kritisieren muss für die Kriegsverbrechen in Gaza», sagte er. Die Bundesregierung müsse Waffenexporte an Israel stoppen. «Genauso sind wir uns einig, dass man den Antisemitismus in all seinen Formen zurückkämpfen muss. Und darauf werden wir uns heute Abend einigen.»