Nach langen Diskussionen und Vorbereitungen führt Berlin als letztes Bundesland eine Bezahlkarte für Asylbewerber ein. Neu ankommende Asylsuchende erhalten ab sofort die Karte anstelle von Bargeldzahlungen, wie das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten und Unterbringung (LFU) mitteilte. Die sogenannte SocialCard - eine Visa-Debitkarte ohne Kontobindung mit einer virtuellen IBAN - kann demnach bundesweit eingesetzt werden. Grundsätzlich seien damit auch Online-Käufe möglich, hieß es.
Kritik vom Flüchtlingsrat
Der Flüchtlingsrat Berlin hingegen kritisiert das Vorhaben schon seit langem. «Geflüchtete Menschen brauchen keine Sonderkarte», erklärte die Organisation jetzt. «Sie brauchen Zugang zu regulären Konten und die Möglichkeit, über ihre Leistungen selbstbestimmt zu verfügen.» Die Einführung der Karte werfe Fragen zu Diskriminierung, Datenschutz und den Kosten des Systems auf.
Der schwarz-rote Berliner Senat hatte die Einführung der Bezahlkarte für Asylsuchende bereits im Dezember 2024 beschlossen. CDU und SPD rangen zuvor lange um einen Kompromiss, besonders im Hinblick auf die Bargeld-Obergrenze. Die konkrete Umsetzung des Beschlusses dauerte dann nochmals mehr als eineinhalb Jahre, auch wegen politischer Hakeleien.
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