Der neue Polen-Beauftragte der Bundesregierung, Knut Abraham, geht trotz des Sieges des rechtskonservativen Kandidaten Karol Nawrocki bei der Präsidentenwahl in Polen nicht von weitreichenden Folgen für Deutschland aus. «Das ist natürlich ein wirklich schwieriges Ergebnis», sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete dem Sender Radio Eins vom RBB. Aber er erwarte letztlich, dass «sich nicht allzu viel ändern wird, denn wir hatten ja auch bisher einen Deutschland-kritischen und sehr auf Amerika und auf die Person Trump fixierten polnischen Staatspräsidenten mit Andrzej Duda».
Der Polen-Beauftragte hofft auf eine pragmatische Zusammenarbeit mit dem Präsidenten, rechnet aber mit weniger Harmonie: «Was klar ist, dass die Tonalität etwas unharmonischer werden könnte, das betrifft das Verhältnis zu Deutschland, aber auch das Verhältnis zur Ukraine», sagte er. «Die Hauptkoordinaten bleiben aber auch für einen Präsidenten Nawrocki klar: Polen wird fest in der Europäischen Union verankert bleiben, wird sich auf die Nato konzentrieren und auch die Ukraine weiter unterstützten – jenseits der Rhetorik, die jetzt im Wahlkampf zu hören war.»