Ein Pfarrer wird als «Judenschwein» beschimpft, jüdische Schüler haben Angst vor Übergriffen im Schulalltag, und am Hauptstadtflughafen BER soll Sicherheitspersonal zwei Reisende auf dem Weg nach Tel Aviv antisemitisch beschimpft haben. Vorfälle dieser Art zeigten, dass Antisemitismus längst Alltag sei - in Schulen, Behörden und politischen Debatten, sagte der Beauftragte gegen Antisemitismus in Brandenburg, Andreas Büttner.
Er beklagte nach den ersten zwei Jahren seiner Amtszeit eine «schleichende Normalisierung» von Judenfeindlichkeit, die auch in der Mitte der Gesellschaft angekommen sei.
Im vergangenen Jahr befasste sich Büttner mit 534 antisemitischen Verdachtsfällen, wie aus seinem ersten 58-seitigen Tätigkeitsbericht hergeht. Davon wurden 116 Vorfälle nach intensiver Prüfung an die Fachstelle Antisemitismus Brandenburg zur weiteren Bewertung übergeben, weil hier Anhaltspunkte für Straftaten vorlagen, wie Büttner sagte.