Der Germanist und Kulturwissenschaftler Helmut Lethen ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Das teilte sein Verlag Rowohlt Berlin mit. Demnach starb Lethen am Donnerstag (13.8.) in Wien. Bekanntheit erlangte Lethen durch seine Epochenstudie «Verhaltenslehren der Kälte» (1994) und das Gottfried-Benn-Porträt «Der Sound der Väter» (2006).
Für das autobiografisch gefärbte Buch «Der Schatten des Fotografen», in dem der Schriftsteller etwa Robert Capas Kriegsbilder untersuchte, erhielt er 2014 den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Sachbuch.
Lethen wurde 1939 in Mönchengladbach geboren. Von 1977 bis 1996 lehrte er an der Universität Utrecht, später übernahm er den Lehrstuhl für Neueste Deutsche Literatur in Rostock. Von 2007 bis 2016 leitete er das Internationale Forschungszentrum Kulturwissenschaften in Wien.