Dass es US-Präsident Donald Trump nun auch auf Museen abgesehen hat, findet sie absurd. Seit einem Jahr leitet Marion Ackermann die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, zu der die weltberühmte Museumsinsel in Berlin gehört. Ein Gespräch über die Wiedereröffnung des Pergamonmuseums, den Angriff der AfD auf das Bauhaus - und die nächste Nachricht aus den USA.
Frage: Trump will das renommierte Smithsonian Institute - ein ihm missliebiges Museum zur amerikanischen Geschichte - mit Warnschildern vor dem Eingang versehen, um angebliche Falschinformationen zu korrigieren. Was ging Ihnen bei der Nachricht durch den Kopf?
Antwort: Da muss man ja die Macht der Kunst ganz schön fürchten.
Frage: Haben Sie das für möglich behalten?
Antwort: Bei diesem Präsidenten halte ich vieles für möglich. Aber es ist absurd. Wir sind jetzt wieder in Zeiten, in denen man gesellschaftlich stark aushandelt, welche Rolle Kunst und Kultur spielen soll.
Frage: Wie meinen Sie das?
Antwort: Wir erleben ja zunehmend, dass in illiberalen Systemen das kritische Potenzial der Kunst gefürchtet, ideologisch instrumentalisiert und im schlimmsten Falle bekämpft wird. In freien Gesellschaften aber wird sie vielleicht ein wenig unterschätzt oder lediglich als schönes Beiwerk gesehen, als Selbstverständlichkeit. Ich glaube aber, dass Kunst und Kultur immer Pflege brauchen. Natürlich geht es jetzt um die Verbesserung unserer wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit, um die Verteidigung und den Sanierungsstau bei der Infrastruktur. Das ist enorm wichtig. Kunst und Kultur gehören aber auch zu dieser Infrastruktur. Das ist kein schönes Beiwerk. Gleichzeitig erleben wir gerade in den Vereinigten Staaten und anderswo, wohin es führen kann, wenn ideologisch kuratiert wird. Wir müssen die Freiheit der Kunst verteidigen.