Es lag an der erhofften Anonymität, dass David Bowie (1947-2016) im August 1976 seinen Lebensmittelpunkt für die folgenden Jahre nach West-Berlin verlegte, in die Stadt, in der es damals noch viele Ruinen gab und in der in alle Himmelsrichtungen «Osten» war. Vor 50 Jahren begann die als «Berliner Zeit» titulierte Phase im Leben des legendären Popkünstlers.
Ein guter Zeitpunkt, um ein paar Mythen über Bowie und Berlin, Heroin und «Heroes» zu beleuchten.
Was führte Bowie 1976 nach Berlin?
Bowie kam in die Mauerstadt als eine Flucht vor diversen Problemen, unter anderem um sich von Drogenmissbrauch zu erholen. Das mit den Drogen wirkt heute fast ironisch, denn Berlins Partyszene und Nachtleben ist als drogenaffin bekannt. Auch Mitte der 70er war das schon so. West-Berlin galt als Hauptstadt der Fixer, als eine Stadt des Heroins.
Genau in Bowies Berlin-Jahren etwa spielte sich auch die Drogenjugend von Christiane F. ab: «Wir Kinder vom Bahnhof Zoo». Erstmals Heroin probierte die Protagonistin des legendären «Stern»-Buchs als 13-Jährige im April 1976 in der Deutschlandhalle - bei einem Bowie-Konzert. Auch in der Verfilmung von 1981 spielt Bowies Live-Auftritt '76 eine wichtige Rolle.