Pöbeleien, Schmierereien, Bedrohungen: Antisemitische Vorfälle haben nach Angaben des Netzwerks RIAS auch in NS-Gedenkstätten erheblich zugenommen. 2024 wurden demnach 211 Vorfälle in Gedenkstätten dokumentiert, fast doppelt so viele wie im Jahr davor. Oft hätten sie einen rechtsextremen Hintergrund, knapp die Hälfte der Vorfälle sei antiisraelisch motiviert gewesen, erklärte der Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen. Die Zahlen für 2025 lägen noch nicht abschließend vor, doch sei die Zahl der Störungen unvermindert hoch, sagte ein RIAS-Sprecher.
In einer neuen Broschüre zu dem Phänomen nennt RIAS als Beispiel einen Vorfall in der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz, dem Ort, an dem führende Nationalsozialisten 1942 die Vernichtung der europäischen Juden besprachen. Bei einer Sonderausstellung seien Plakate zu einer Aktionswoche gegen Antisemitismus mit einem scharfen Gegenstand eingeritzt und eingerissen worden. Die Gedenkstätte am früheren Konzentrationslager Sachsenhausen bei Oranienburg vermeldete eine Zunahme solcher und ähnlicher Vorfälle von 12 im Jahr 2022 auf 52 zwei Jahre später.