Die Chancen und Risiken einer möglichen Bewerbung für eine Expo 2035 werden in Berlin und Brandenburg bisher unterschiedlich beurteilt. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) verweist auf Milliardenkosten, Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) auf die Chancen.
«Was eine Expo betrifft, kann eine Expo ein erfolgreiches Projekt sein - kann, muss aber nicht», sagte Woidke nach einer Sonderkonferenz der Ost-Regierungschefs am Donnerstag am Flughafen BER. «Wir reden bei einer Expo über ein Milliardenprojekt, ein Projekt, das Milliarden Euro kosten wird, Milliarden Euro des Steuerzahlers.» Es sei nötig, gut zu prüfen, ob die Expo «mehr bringt als beispielsweise diese Milliarden in Verkehrsinfrastruktur», sagte er mit Blick auf das Investitionspaket des Bundes.
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) zeigte sich zuversichtlich: «Ich glaube, dass eine Expo eine große Chance für die Metropolregion Berlin-Brandenburg ist.» Eine mögliche Bewerbung für eine Weltausstellung 2035 ist noch offen. Berlin und Brandenburg prüfen derzeit laut Wegner, welcher Standort geeignet ist und wie man eine Expo umsetzen kann. Zur Arbeitsgruppe gehören Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD), Finanzsenator Stefan Evers (CDU), Wirtschaftsministerin Martina Klement (CSU) und Finanzminister Daniel Keller (SPD) aus Brandenburg.
Woidke: Auf Olympische Spiele konzentrieren
Brandenburgs Regierungschef riet dazu, sich erst mal auf die Bewerbung für die Olympischen Spiele in Berlin für 2036, 2040 oder 2044 zu konzentrieren. Berlin bewirbt sich mit Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg um die nationale Zustimmung. Außerdem sind München und die Rhein-Ruhr-Region im Rennen. Die Entscheidung fällt am 26. September. Hamburg war nach einem negativen Bürgerentscheid ausgestiegen.
«Wir haben ein gemeinsames Großprojekt am Laufen», sagte Woidke. «Wenn man sich eine solche große Herausforderung vornimmt, sollte man und muss sich auf dieses Ziel konzentrieren.» Der Regierende Bürgermeister betonte: «Ich glaube, wir teilen gemeinsam die Auffassung, dass für uns die Olympischen und die Paralympischen Spiele oberste Priorität haben.»
Als Hauptstandort einer möglichen Expo sind Flächen nahe dem Flughafen BER im Gespräch, die überwiegend in Brandenburg liegen. Die Industrie- und Handelskammern in Berlin und Brandenburg, der Unternehmerverband Brandenburg-Berlin sowie Unternehmen wie Elektroautobauer Tesla und der Energiekonzern Leag hatten im Mai in einem Brief an beide Regierungschefs für eine Expo geworben. In Berlin existiert seit mehreren Jahren ein Konzept für eine Bewerbung, das vor allem von der Wirtschaft getragen wird.
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten