Mit transparenten Diskursen will die neue Spitze der Berliner Akademie der Künste den angesichts von Kriegen und Krisen zunehmend hitzigen Debatten in Deutschland und ihren internationalen Auswirkungen begegnen. «Der öffentliche Diskurs wird extrem reduziert auf den Gebrauch von Schlagwörtern und bestimmten Positionen, die hochgehalten werden und reflexartige Reaktionen auslösen», sagte der neue Akademiepräsident Manos Tsangaris am Montag in Berlin. Sein ebenfalls neu gewählter Stellvertreter, Anh-Linh Ngo, sieht in der aufgeheizten Lage eine Vorbildfunktion bei der Akademie. «Wenn wir diese Debatten auf demokratischen Werten fußend, transparent, offen, zugewandt, empathisch führen, können wir viel erreichen.»
Der Komponist, Musiker und Installationskünstler Tsangaris und der Architektur-Publizist Ngo waren am Samstag für drei Jahre an die Spitze der Akademie gewählt worden. Nach neun Jahren waren die Filmemacherin Jeanine Meerapfel und die Schriftstellerin Kathrin Röggla als Präsidentin und Vizepräsidentin ausgeschieden. Die Verbindung von aktuell 407 Künstlerinnen und Künstlern aller Sparten gehört zu den ältesten europäischen Kulturinstituten.