Demonstranten werden nach dem Freitagsgebet vor der Moschee im syrischen Aleppo abgefangen, misshandelt und dem Geheimdienst übergeben. Rund 15 Jahre später steht in Berlin ein Syrer vor Gericht, der 2015 als Flüchtling nach Deutschland kam. Die Anklage wirft dem 41-Jährigen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Mord vor. Aus Sicht der Berliner Generalstaatsanwaltschaft handelt es sich bei dem Angeklagten um einen Milizenführer in Syrien.
Der Vater von fünf Kindern soll in der Zeit von April bis November 2011 in seiner Heimat als Mitglied einer Miliz Menschen misshandelt, verschleppt sowie in einem Fall auch getötet haben. Nach den Ermittlungen soll der Syrer als Anführer einer lokalen Gruppe der sogenannten Schabiha-Miliz für gewaltsame Angriffe auf regimekritische Demonstranten verantwortlich gewesen sein.