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Kommission soll Vorgänge um Jugendzentrum untersuchen

Das Jugendzentrum Wutzkyallee ist derzeit geschlossen. (Archivbild) / Foto: Jens Kalaene/dpa
Das Jugendzentrum Wutzkyallee ist derzeit geschlossen. (Archivbild) / Foto: Jens Kalaene/dpa

Warum wurde eine mutmaßliche Vergewaltigung in einem Neuköllner Jugendzentrum nicht sofort gemeldet? Jetzt nimmt eine unabhängige Kommission die Abläufe unter die Lupe.

Die Jugendstadträtin von Berlin-Neukölln, Sarah Nagel, hat eine unabhängige Kommission eingesetzt, um die Vorgänge rund um eine mutmaßliche Vergewaltigung in einem Jugendzentrum aufzuarbeiten. Die Kommission werde sich nach Ostern konstituieren, teilte die Linke-Politikerin mit. Zwischenergebnisse sollen bis Ende Mai 2026 vorliegen. 

Die Kommission besteht den Angaben zufolge aus Fachleuten, die sich mit Kinderschutz und dem Umgang mit sexualisierter Gewalt auskennen. Dazu gehören Vertreter des Kinderschutz-Zentrums Berlin und der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie. Der Verein Yekmal, der Familienberatung anbietet, nimmt beratend an den Sitzungen teil.

Mehr Kinderschutz als Ziel 

«Die Aufklärung ist für mich zentral», erklärte Nagel, die in dem Fall selbst in der Kritik steht und sich mit einem Abwahlantrag der CDU konfrontiert sieht. Die Aufarbeitung erfolge unabhängig vom Jugendamt Neukölln. Ziel sei, die Vorfälle zu untersuchen und Konsequenzen zu ziehen, dabei den Opfern gerecht zu werden und den Schutz für alle Kinder und Jugendlichen zu erhöhen. Das betreffe die Abläufe im Jugendzentrum, bei dem freien Träger und auch im Jugendamt selbst.

Ermittlungen wegen Strafvereitelung

Der Neuköllner Jugendclub ist bis auf Weiteres geschlossen. Eine 16-Jährige soll dort von Jugendlichen Ende 2025 vergewaltigt und später bedrängt worden sein – die Polizei erfuhr davon erst durch die Anzeige des Vaters. Diese erfolgte laut Staatsanwaltschaft am 23. Februar. Weder das Jugendzentrum noch später das zuständige Jugendamt des Bezirks Neukölln haben Anzeige erstattet. Zu den Gründen gibt es unterschiedliche Darstellungen. Es besteht jedoch der Verdacht, dass der Vorfall nicht gemeldet wurde, um die muslimischen Täter nicht zu stigmatisieren.

LKA und Staatsanwaltschaft ermitteln 

Inzwischen ermitteln Landeskriminalamt und Staatsanwaltschaft Berlin zu dem Vorfall. Nach Angaben der Polizei wurden auch Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Strafvereitelung und der Strafvereitelung im Amt eingeleitet. Zudem seien - überwiegend online über die Internetwache - mehrere Hinweise auf «fehlerhaftes bzw. gegebenenfalls strafrechtlich relevantes Handeln bzw. Unterlassen eingegangen», teilte eine Sprecherin am Dienstag auf Anfrage mit. Details nannte sie mit Verweis auf den Persönlichkeitsschutz nicht.

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