Es war eine Mahnwache für die Opfer des islamistisch motivierten Anschlags am Rande des Christopher Street Days (CSD), bei der ganz unterschiedliche Gefühle Platz hatten. Manche von denen, die am Sonntagabend an den Tatort im Berliner Tiergarten gekommen waren, hatten Tränen in den Augen. Andere waren wütend. Viele riefen laut gemeinsam «Liebe ist stärker als der Hass!»
Zu der Gedenkveranstaltung hatten der Verband Queere Vielfalt Berlin-Brandenburg (LSVD) und der LSVD Bundesverband gemeinsam eingeladen - gut eine Woche nach dem Terroranschlag, bei dem ein 21-jähriger Islamist eine Frau getötet und 31 Menschen verletzt hatte.
Nach Angaben der Berliner Polizei waren rund 1.000 Menschen gekommen, um an der Mahnwache teilzunehmen. Darunter waren auch eine Reihe von Vertretern aus der Landespolitik - vom Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) über die grüne Landesvorsitzende Nina Stahr bis zum SPD-Fraktionschef Raed Saleh. Aber das Wort erhielten nach dem Wunsch der Veranstalter nur Menschen aus der queeren Community selbst.