Im Prozess wegen des Verdachts der Russland-Spionage gegen einen Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes (BND) ist nach mehr als zweieinhalb Jahren noch immer kein Ende absehbar. Am 168. Verhandlungstag wurde erneut der frühere BND-Präsident Bruno Kahl als Zeuge vernommen. Der 64-Jährige ist inzwischen in Rom deutscher Botschafter im Vatikan. Vor mehr als zwei Jahren war er das erste Mal vor dem Berliner Kammergericht als Zeuge gehört worden.
Im Zentrum stand damals die Frage, welchen Schaden die mutmaßliche Russland-Spionage angerichtet hat. Kahl sprach damals von einer «Katastrophe». Bei der aktuellen Befragung ging es in der zunächst öffentlichen Vernehmung vor allem darum, wann der frühere Geheimdienstchef von dem Verdacht erfuhr, dass Informationen weitergegeben sein könnten. Was dann veranlasst wurde, um zu klären, wer dahintersteckt - und wie der BND-Mitarbeiter ins Visier geriet.
Details waren jedoch wenige zu erfahren: Da es um viele als geheim eingestufte Informationen geht, erfolgte die Vernehmung nur zum Auftakt in Anwesenheit der Öffentlichkeit.