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Auto in die Luft gesprengt: Bewährungsstrafe für 23-Jährigen

Auto in die Luft gesprengt: Bewährungsstrafe für 23-Jährigen
Ein 23-Jähriger legte im Prozess um eine Autoexplosion ein Geständnis ab. (Archivbild) / Foto: Fabian Sommer/dpa
Mitten in der Nacht erschüttert eine Explosion Schöneberg. Ein Luxuswagen steht in Flammen. Ein junger Mann wird verletzt. Er gibt sich zunächst als Opfer aus. Nun stand er als Täter vor Gericht.

Weil er das Leasingauto seines Bruders angezündet und so eine Explosion in Berlin-Schöneberg ausgelöst hat, ist ein 23-Jähriger zu einem Jahr und neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Amtsgericht Tiergarten sprach den Angeklagten der Brandstiftung, des fahrlässigen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion sowie des Vortäuschens einer Straftat schuldig.

Der 23-Jährige habe bei dem nächtlichen Geschehen am 12. September 2025 das über 90.000 Euro teure Leasingauto seines Bruders vernichten wollen, sagte die Vorsitzende Richterin. Es sei eine erhebliche Tat gewesen. Dabei sei der Angeklagte selbst vor allem im Gesicht schwer verletzt worden. Mit einer Explosion habe er nicht gerechnet - «eine Tat, die nach hinten losging».

Trümmerteile flogen umher

Der 23-Jährige hatte Benzin im Innenraum des geleasten Autos verschüttet und angezündet. Es sei zu einer «nicht beabsichtigten Explosion» gekommen, so die Anklage. Durch umherfliegende Trümmerteile seien drei weitere geparkte Fahrzeuge und an einer benachbarten Feuerwache die Verglasung des Treppenhauses beschädigt worden.

Der Angeklagte gestand und bedauerte sein Verhalten. «Ich bin bis heute fassungslos über meine Dummheit», erklärte der 23-Jährige über seinen Verteidiger. Er habe das geleaste Auto «kontrolliert abbrennen» wollen, um seinem Bruder zu helfen. Er habe gehört, «dass es in der Familie wirtschaftliche Probleme gibt». Bei der Polizei hatte der 23-Jährige gesagt, er habe hohe Kosten für das Fahrzeug vermeiden wollen.

Anklage forderte fast drei Jahre Haft

Der Angeklagte gab auch zu, unmittelbar nach der Tat gegenüber der Polizei fälschlicherweise behauptet zu haben, unbekannte Maskierte hätten das Auto manipuliert und seien für die Explosion verantwortlich.

Das Gericht berücksichtigte strafmildernd, dass der 23-Jährige bis heute an den Folgen einer damals erlittenen Verletzung am Auge leide und nicht vorbestraft sei. Er müsse zudem mit hohen Schadensersatzforderungen rechnen. Die Staatsanwältin hatte zwei Jahre und neun Monate Haft beantragt. Der Verteidiger plädierte auf eine Bewährungsstrafe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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