Eine Ärztin soll in ihrer Praxis ihren teils suchtmittelabhängigen Patienten das Schmerzmittel Tilidin verschrieben haben, obwohl es dafür keinen medizinischen Grund gab. Die Staatsanwaltschaft Berlin erhob nun Anklage wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz in 273 Fällen und wegen Untreue gegen die 80-Jährige, wie die Behörde mitteilte.
Den Angaben zufolge soll die Allgemeinmedizinerin zwischen Januar 2018 und Dezember 2021 insgesamt 273 Mal Rezepte für Tilidin ausgestellt haben. Das Medikament hat ein sehr hohes Suchtpotenzial. Deshalb unterliegt es dem Betäubungsmittelrecht. Es wird laut Staatsanwaltschaft in der Regel erst dann verschrieben, wenn der Behandlungszweck mit anderen Schmerzmitteln nicht mehr erreicht werden kann.