Nach dem Liken umstrittener Posts im Zusammenhang mit dem Gaza-Krieg reißt die Kritik an der Berliner TU-Präsidentin Geraldine Rauch nicht ab - obwohl diese im Nachhinein um Entschuldigung gebeten hatte. Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) wies am Freitag auf die Verantwortung der Hochschulen hin: «An unseren Hochschulen darf kein Platz für Israel- und Judenhass sein», sagte sie der «Rheinischen Post». Vor allem die Hochschulleitung trage besondere Verantwortung und habe Vorbildfunktion. Hochschulen seien kein «rechtsfreier Raum».
Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) pflichtete seiner Kabinettskollegin bei. Stark-Watzinger habe recht, schrieb er auf der Plattform X (vormals Twitter). «Aufgabe der Wissenschaft ist es, genau hinzusehen. Wer nicht genau hinsieht und deswegen nicht erkennt, dass er oder sie Sympathie für Antisemitismus bekundet, ist kein gutes Vorbild für angehende Wissenschaftler.»
Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, appellierte an die Universitäten, entschlossen gegen Judenhass vorzugehen. «Die Betroffenenperspektive ist unbedingt bei allen Maßnahmen im Kampf gegen Antisemitismus zu berücksichtigen», sagte er der Funke Mediengruppe (online). «Durch ihr persönliches Verhalten und ihre Amtsführung hat die Präsidentin der TU Berlin gezeigt, dass sie diese Grundsätze nicht in ausreichendem Maße beachtet.»