Sie schlafen auf der Straße, unter Brücken, in Zelten oder kommen bei Freunden und Verwandten unter: Hunderttausende Menschen in Deutschland haben keine eigene Wohnung. Die Bundesregierung hat zugesagt, ihnen allen bis 2030 angemessenen und bezahlbaren Wohnraum anzubieten. Das Kabinett beschloss am Mittwoch einen von Bauministerin Klara Geywitz vorgelegten Aktionsplan. «Gemeinsam für ein Zuhause», heißt das Papier. Vertreter der Betroffenen vermissen allerdings konkrete Lösungen - vor allem zur Frage, wie Wohnungslose angesichts der Konkurrenz auf dem Mietmarkt an diese Wohnungen kommen sollen. Auch zusätzliche Mittel aus dem Bundeshaushalt sind zunächst nicht vorgesehen.
«Die Überwindung der Wohnungs- und Obdachlosigkeit ist eine Mammutaufgabe», sagte die SPD-Politikerin Geywitz beim Besuch einer Arztpraxis für Obdachlose in Berlin. Der Aktionsplan sei daher erst ein Anfang. Wichtige Fragen müssten noch geklärt werden, wie etwa die Finanzierung einer besseren Ausstattung von Notunterkünften.