In der Affäre um problematische Internet-Likes der Berliner Uni-Präsidentin Geraldine Rauch pocht der Kanzler der Technischen Universität auf eine schnelle Entscheidung. «Hilfreich wäre es, wenn die Entscheidung so bald wie möglich fällt und eindeutig ist. Der Meinungsbildungsprozess findet noch statt - aber ich höre Rücktrittsforderungen nicht nur aus der Politik, sondern auch vereinzelt aus dem beschließenden Gremium», sagte Lars Oeverdieck der Deutschen Presse-Agentur. «Es ist eine der größten Krisen in der Geschichte der TU.» Rauch hatte auf der Plattform X einen Post mit antisemitischem Inhalt geliked und erst nach anhaltender Kritik um Entschuldigung gebeten.
Oeverdieck sagte dem «Tagesspiegel»: «Es muss eine schnelle Entscheidung her, egal, wie sie ausfällt. Die Optionen sind: kein Rücktritt, sie bleibt Präsidentin, ein Rücktritt oder eine Abwahl. Was nicht sein darf, ist, dass wir jetzt noch Tage, Wochen darüber diskutieren.» Über die Konsequenzen berät der sogenannte Akademische Senat am Mittwoch. «Der Super-GAU wäre: Die Mehrheit ist für eine Abwahl, es scheitert aber knapp an der Zweidrittelmehrheit. Eindeutige Szenarien sind immer gut, also dass sie entweder mit 99 Prozent abgewählt oder zu 99 Prozent bestätigt wird. Eine enge Partie wäre sehr schlecht.» Dass auch der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) den Rücktritt fordere, habe «eine besondere Bedeutung, die die Gremien berücksichtigen werden».