Vor ihrer Bundestagsrede anlässlich des Holocaust-Gedenktages hat die jüdische Auschwitz-Überlebende Tova Friedman im Bundesarchiv Dokumente und Filmmaterial angeschaut, die auch mit ihrer eigenen Lebensgeschichte zu tun haben. «Die vielen Aktenkilometer aus dem dunkelsten Kapitel unserer deutschen Geschichte sind uns Mahnung und Auftrag zugleich», sagte der Präsident des Bundesarchivs, Michael Hollmann, der die 87-Jährige in einer Liegenschaft der Behörde in Berlin-Lichterfelde empfing.
Beweise müssen sicher aufbewahrt werden
Friedman ist als Sechsjährige in dem vom Bundesarchiv aufbewahrten sowjetischen Dokumentarfilm über die Befreiung von Auschwitz zu sehen, wie sie ihren Arm mit der eintätowierten Häftlingsnummer in die Kamera hält. Sie erklärt: «Das Bewahren der Dokumente ehrt die Opfer und trägt dazu bei, dass künftige Generationen nicht sagen können, sie hätten nichts gewusst.»
Deutschland stellt sich seiner Geschichte
Der Zeitzeugin ist es wichtig, dass Dokumente aus der NS-Zeit sicher aufbewahrt werden. Zu den Dokumenten, die sie in Berlin anschauen konnte, gehören auch Papiere, in denen Sonderzüge der Reichsbahn aus ganz Europa mit dem Ziel Auschwitz aufgeführt sind. Es sei gut, dass sich Deutschland mit den finsteren Jahren seiner Geschichte auseinandersetze, an der Seite Israels stehe und Antisemitismus bekämpfe, sagt Friedman. Dies sei auch der Grund, weshalb sie sich schließlich entschlossen habe, Deutschland doch zu besuchen - ein Land, dessen Boden sie eigentlich nie mehr habe betreten wollen.
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten