Mit einem Gedenken an historischem Ort hat Brandenburgs Landeshauptstadt Potsdam an das gescheiterte Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 erinnert. Die Gedenkstunde fand am Turm des ehemaligen Reichs- und Heeresarchivs auf dem Brauhausberg statt. Der damalige Chef der Heeresarchive, Friedrich von Rabenau, gehörte zum Widerstand und war nach Angaben der Stadt überzeugter Gegner des NS-Regimes.
Oberbürgermeisterin Noosha Aubel ehrte die Widerstandskämpfer und rief zu Verantwortung auf. «Der 20. Juli erinnert uns daran, dass Gehorsam spätestens dort eine Grenze hat, wo er staatliches Handeln, Recht, Menschenwürde und Menschlichkeit verletzt», sagte die parteilose Politikerin. Eine Diktatur dürfe nicht erst bekämpft werden, «wenn ihre Verbrechen unübersehbar geworden sind». Demokratie brauche Menschen, die widersprechen, bevor Anpassung und Schweigen zur Normalität würden.
Der Großneffe von Friedrich Rabenau, Wolf-Teja von Rabenau, rief ebenfalls zu Achtsamkeit auf. «Es bleibt also unserer inzwischen dritten Nachkriegsgeneration deutlich zuzurufen: Seid wachsam!», sagte er. «Fallt nicht noch einmal auf vermeintliche Heilsbringer aus dem radikalen politischen Spektrum herein. Sie bringen kein Heil, sondern Unfreiheit.»