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Mahnmal im Berliner Tiergarten erinnert an Verfolgung und Widerstand der Zeugen Jehovas

Das Mahnmal für die Zeugen Jehovas, die dem Nationalsozialismus zum Opfer fielen, im Berliner Tiergarten. / Foto: Christoph Soeder/dpa
Das Mahnmal für die Zeugen Jehovas, die dem Nationalsozialismus zum Opfer fielen, im Berliner Tiergarten. / Foto: Christoph Soeder/dpa

Ein fünf Meter hohes Mahnmal im Berliner Tiergarten erinnert an die Verfolgung und den Widerstand von Zeugen Jehovas während der NS-Diktatur.

81 Jahre nach dem Ende der Nazi-Herrschaft erinnert im Berliner Tiergarten ein Denkmal an die Verfolgung und den Widerstand der Zeugen Jehovas. «Dieses Denkmal gilt den Menschen, die bitteres Unrecht erlitten und dennoch immer wieder Menschlichkeit zeigten», erklärte Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CSU) anlässlich der Einweihung des Mahnmals. 

Die Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas, die damals als Bibelforscher bekannt waren, leistete während der NS-Diktatur Widerstand gegen das System. Laut der Stiftung «Denkmal für die ermordeten Juden Europas» verweigerten Religionsangehörige den Hitlergruß, traten nicht in Parteiorganisationen ein und halfen anderen Verfolgten. 

Mehr als 15.000 Mitglieder der Religionsgemeinschaft gerieten in das Visier der Nationalsozialisten und wurden systematisch verfolgt. Über 1.800 Mitglieder der Zeugen Jehovas verloren nach Angaben der Stiftung während der Nazi-Herrschaft ihr Leben.

Skulptur erinnert an Baum

Fünf Meter ragt die Skulptur in den Himmel auf und soll nun an das Leid der verfolgten Anhänger der Zeugen Jehovas erinnern. Die Bronzestatue ist laut Künstler Matthias Leeck an einen Baum angelehnt, dem die Äste abgeschnitten wurden und der trotzdem standhaft bleibt.

Der Ort des Mahnmals wurde von der Stiftung bewusst in der Nähe des Goldfischteichs gewählt. Bei einem Stuhlverleih für Besucher des Gartens trafen sich Zeugen Jehovas und tauschten heimlich Informationen aus. «Die Gestapo hat ihre Verhaftungsaktion genau hier vollzogen, wo daraufhin 17 mutige Menschen direkt ihr Leben verloren», erklärte Staatsminister für Kultur und Medien Wolfram Weimer (parteilos) über den Standort des Mahnmals.

Der Deutsche Bundestag hatte am 22. Juni 2023 einstimmig für das Mahnmal gestimmt. «Über viele Fragen wird bei uns sehr leidenschaftlich diskutiert und sehr unterschiedlich abgestimmt. Hier aber bestand Einigkeit», so Klöckner. 

Bundestagspräsidentin Klöckner ging bei der Einweihung im Beisein von etwa 1.000 Gästen auch darauf ein, warum es so lange dauerte, bis die Entscheidung für den Erinnerungsort fiel: Auch nach dem Ende der Nazi-Herrschaft habe es Vorbehalte gegen Glaubensgemeinschaften gegeben. «Ihr Glaube blieb vielen Menschen fremd und suspekt. Ihre Verfolgung und ihr Leid wurden zu wenig gesehen», so Klöckner. Für Weimer schließt das Mahnmal «eine Lücke in unserer Erinnerungskultur».

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