Linda Teuteberg wird Brandenburgs Beauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Die FDP-Politikerin Linda Teuteberg ist Brandenburgs künftige Beauftragte für die Aufarbeitung der Folgen der SED-Diktatur. Die 45-Jährige erhielt im Landtag die Stimmen der Koalitionsfraktionen von SPD und CDU sowie der WfB-Gruppe dreier Ex-BSW-Abgeordneter. Die Opposition aus AfD und BSW stimmte gegen sie. Die Anwältin und stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende Teuteberg folgt auf Ulrike Poppe und Maria Nooke - und ist die erste Aufarbeitungsbeauftragte, die nicht aktiv in der Bürgerbewegung der DDR war. Sie wurde 1981 in Königs Wusterhausen geboren und war zur Zeit der friedlichen Revolution acht Jahre alt. «Das Verständnis für den fundamentalen Unterschied zwischen einem demokratischen Rechtsstaat und einer totalitären Diktatur muss weiter geschärft und vermittelt werden», sagte die künftige Beauftragte. Ministerpräsident Dietmar Woidke verwies darauf, dass die Aufarbeitung der SED-Diktatur die Erinnerung an das erlittene Unrecht wachhalte. «Sie muss für alle lebendig und verständlich bleiben - damit wir weiter aus der Geschichte lernen und den Wert von Freiheit und Demokratie schützen.» Teutebergs Vorgängerin Nooke sagte der «Märkischen Allgemeinen»: «Es bringt nichts zu sagen, das müssen immer diejenigen machen, die es damals miterlebt haben. Wir müssen den Transfer zur nächsten Generation schaffen.» Die AfD-Fraktion kritisiert, dass es keine formelle Ausschreibung gab. Die Koalition verteidigt das Vorgehen und verweist darauf, dass auch Nooke nach einem Vorschlag ihrer Vorgängerin Poppe ins Amt kam. Die Beauftragte unterstützt und berät Menschen, die durch die sowjetische Besatzung (1945-1949) und die DDR-Diktatur (1949-1990) politisch verfolgt oder geschädigt wurden. Teuteberg saß von 2009 bis 2014 im Brandenburger Landtag, von 2017 bis 2025 im Bundestag. 2019/2020 war sie Generalsekretärin der FDP. Sie ist stellvertretende Vorsitzende des Vereins Gegen Vergessen – Für Demokratie und leitet seit 2025 den Freundeskreis der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen. Die bisherige Aufarbeitungsbeauftragte Maria Nooke, die das Amt seit 2017 innehatte, geht Ende November vorzeitig in den Ruhestand. Sie hatte sich für die stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende als Nachfolgerin ausgesprochen und sie gemeinsam mit Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke vorgeschlagen. Die rot-schwarze Koalition übernahm den Vorschlag. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenTeuteberg: Unterschied Rechtsstaat und Diktatur schärfen
Kritik der Opposition
Vorgängerin Nooke geht vorzeitig