Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) plädiert dafür, den Holocaust und die NS-Vergangenheit früher als bisher im Schulunterricht zu thematisieren. Bislang beginne dies oftmals erst ab der zehnten Klasse, sagte Baerbock am Dienstag in der Gedenkstätte Sachsenhausen in Oranienburg. «Oder wenn man nicht an einer Regelschule ist, dann wird das Thema gar nicht durchgenommen.» Auch in einem nicht einfachen, föderalen System in Deutschland solle sich die Politik und die Gesellschaft auf den Weg machen, die Geschichte des Nationalsozialismus viel früher im Schulunterricht zu thematisieren, sagte Baerbock. «Erinnerung ist der beste Schutz dafür, dass diese Geschichte sich nicht wiederholt (...).»
Die Außenministerin trat gemeinsam mit Kulturstaatsministerin Claudia Roth und Bundesjugendministerin Lisa Paus (alle Grüne) bei einem Besuch der Gedenkstätte Sachsenhausen für eine Stärkung der Erinnerungsarbeit ein. Sie tauschten sich mit Teilnehmern des Bundesprogramms «Jugend erinnert» aus ganz Deutschland über einige Projekte aus und kamen mit den Jugendlichen eine Stunde lang direkt ins Gespräch. Die drei Ministerinnen betonten dabei, dass die Förderung dieser Bildungsarbeit fortgesetzt und ausgebaut werden solle. An der ehemaligen Hinrichtungsstätte legten sie und die Jugendlichen zum Gedenken an die Opfer der NS-Zeit weiße Rosen nieder.