Ameisen in Großstädten sind kulinarisch weniger anspruchsvoll als Ameisen auf dem Land. In der Stadt akzeptieren die Tiere deutlich häufiger zuckerarme Nahrung als Artgenossinnen auf dem Land, wie eine neue Studie zeigt, die in der Fachzeitschrift «Urban Ecosystems» erschienen ist. Nach Ansicht der Wissenschaftler könnte das Verhalten der Ameisen ein Hinweis darauf sein, dass das Ökosystem in der Stadt unter Druck steht und die Stadtameisen deshalb Nahrung von geringerer Qualität gewöhnt sind.
Zu dem internationalen Forschungsteam aus Deutschland, der Ukraine und Polen gehört auch der Berliner Verhaltensbiologe Tomer Czaczkes von der Freien Universität Berlin. Für die Untersuchung wählten die Wissenschaftler die Schwarze Wegameise (Lasius niger) aus. «Sie ist die häufigste Ameise in Deutschland und Europa», wie Czaczkes der Deutschen Presse-Agentur sagt.