Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg geht gerichtlich gegen den Neobroker Trade Republic vor. Man habe bereits am Freitag vor dem Landgericht Berlin II Klage gegen das Unternehmen eingereicht wegen «irreführender Werbung» rund um die angebotenen hohen Zinsen und Aussagen zur Einlagensicherung, teilten die Verbraucherschützer in Stuttgart mit.
Trade Republic habe online damit geworben, dass Kunden Zinsen von 3,0 Prozent «unbegrenzt» auf das Girokonto bekämen, geschützt durch die gesetzliche Einlagensicherung, so die Verbraucherzentrale. Dabei weise Trade Republic aber nicht ausreichend darauf hin, dass der Zinssatz veränderlich sei und dass das Guthaben nicht vollständig der Einlagensicherung unterliege, sondern teilweise auch in Geldmarktfonds investiert werde.
Derlei Fonds investieren etwa in kurzlaufende Anleihen und Termingelder. Sie gelten als konservativ und werden oft von Großanlegern genutzt. Während das Geld, das bei Partnerbanken liege, durch die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro gesichert sei, gelte das für Anlagen in Geldmarktfonds nicht, kritisiert Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. «Trade Republic täuscht mit der Werbung und den Aussagen zur Einlagensicherung eine Sicherheit vor, die so nicht gegeben ist.»