Die Buchmessen-Stadt Frankfurt verliert den zweiten großen Verlag: Nach Suhrkamp verlegen auch die S. Fischer Verlage ihren Hauptsitz nach Berlin. Die Stadt des Geldes büßt als Stadt des Geistes weiter an Bedeutung ein. Branchenkenner sehen die Entscheidung auch im Zusammenhang mit den Umbrüchen im Verlagswesen.
Der Umzug ist laut Verlag für Sommer 2027 geplant. «Ziel der Maßnahme ist es, die wirtschaftliche und verlegerische Zukunftsfähigkeit des Verlags zu stärken», teilte der Verlag mit. Das Programm der Fischer-Verlage umfasst deutschsprachige und internationale Literatur, Sachbuch und Unterhaltung. Es ist einer der traditionsreichsten und renommiertesten deutschen Buchverlage.
Künftig sollen die verlegerischen und marktnahen Bereiche des Verlags in Berlin gebündelt werden. Dazu gehören neben der Geschäftsführung das Marketing, der Vertrieb sowie die Presse- und Veranstaltungsabteilungen. Frankfurt soll als Standort aber erhalten bleiben: Neben dem Lektorat sollen die kaufmännischen Bereiche am Main bleiben. Allen Mitarbeitern sollen Angebote für einen Wechsel nach Berlin gemacht werden.