Mit den milden Frühlingstemperaturen beginnt für viele Berliner Biergärten die Saison. Trotz gestiegener Kosten blicken die Gastronomen hoffnungsvoll auf die warmen Monate: «Uns geht es gut, grundsätzlich sind wir optimistisch», sagte Dominik Ries, Inhaber des Biergartens «Schleusenkrug» im Berliner Tiergarten. «Die letzten Coronajahre liegen hinter uns - tiefer als damals kann man ja nicht fallen.» Auch der Geschäftsführer des Berliner Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga Berlin) bestätigte die Erwartungen an die Sommersaison 2024. Der Messe- und Kongresskalender sei gut gefüllt. «Wenn jetzt noch das Wetter mitspielt, sollte es eine gute Saison für die Außengastronomie und für die Biergärten werden», sagte Thomas Lengfelder.
Gastronomie hat höhere Kosten
Nach Angaben des Dehoga-Bundesverbandes, der sich auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes berief, war die Gastronomie deutschlandweit mit einer Kostensteigerung beim Personal um 31 Prozent zwischen Anfang 2021 und Ende 2023 konfrontiert. Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich um 24 und für alkoholische Getränke um 15 Prozent zwischen Januar 2022 und Februar 2024.
Laut Lengfelder müssen viele Biergärten Indexmieten zahlen, die inflationsbedingt stark gestiegen sind. «Es fehlen die Wintermonate, wo sie zwar Pacht zahlen, aber keinen Umsatz haben», so der Dehoga-Geschäftsführer. «Da kommt man sehr schnell in Schieflage.» Erst im Februar war bekannt geworden, dass der Biergarten «Loretta am Wannsee» dauerhaft schließt.
Herausforderungen, die wohl auch die Kunden zu spüren bekommen. Denn neben der inflationsbedingten Kostensteigerung sind die Biergärten auch von der Mehrwertsteuererhöhung auf 19 Prozent betroffen. «Personal findet man nur, wenn man faire Löhne zahlt», meinte «Schleusenkrug»-Inhaber Ries. «Die Mehrwertsteuererhöhung müssen wir auf die Preise umlegen, damit wir die Löhne halten können», beschrieb er das Dilemma. «Fischerhütten»-Besitzer Laggner hat nach eigenen Angaben seine Preise bereits um 15 Prozent angehoben.