Wer in diesen Tagen einen Termin in einer Mosterei ergattern will, sollte sich beeilen. «Es gibt sehr viel Obst dieses Jahr. Diese Schwemme trifft auf wenige Verarbeiter», sagt Mario Flach, Inhaber der Mobilen Mosterei Berlin, die auch in Brandenburg unterwegs ist. Terminanfragen erreichen ihn per E-Mail wie am Fließband. «Wir haben gut zu tun», sagt auch Marita Skottki von der Mosterei Skotti in Buckow (Oder-Spree). Die Bäume seien voll, die Kunden kämen zum Teil mit 350 Kilo Äpfeln. Zum Telefonieren hat sie kaum Zeit, so viel gibt es zu tun.
Ernte insgesamt überdurchschnittlich gut
In Deutschland könnte die Apfelernte in diesem Jahr insgesamt überdurchschnittlich gut ausfallen, wie das Statistische Bundesamt auf Basis einer ersten Ernteschätzung aus dem Juli mitteilte. Die Bedingungen waren in diesem Jahr deutlich günstiger, weil es zur Blütezeit mild war und weil Frost und Hagel in den meisten Anbauregionen ausblieben.
Die Brandenburger Apfelsaison 2025 beginnt offiziell am Montag. Agrarministerin Hanka Mittelstädt (SPD) will sie auf der Apfelplantage der BB Brandenburger Obst GmbH in Altlandsberg (Märkisch-Oderland) eröffnen, so der Gartenbauverband Berlin-Brandenburg. Die Ernte beginne in Brandenburg erst, noch lasse sich die Menge nicht abschätzen, sagte eine Referentin des Verbands.
Bis zu acht Tonnen Äpfel pro Tag in der Presse
Mario Flach hat schon seit mehreren Tagen gut zu tun. Seine Kunden müssen mindestens 100 Kilo Obst mitbringen. Bei kleinere Mengen könne man sich mit anderen Kunden zusammentun. Gefragt seien bei ihm momentan vor allem reiner Apfelsaft, aber auch Mischungen mit Johannisbeere oder Sauerkirsche. «Wir bieten das im Schlauchbeutel an – der hält nach dem Öffnen bis zu 90 Tage.» Sein Betrieb kann bis zu acht Tonnen Äpfel pro Tag verarbeiten. «Das ergibt rund 5.600 Liter Saft», sagt Flach. Auch bei ihm bekommen Kunden Saft des eigenen Obstes.
Das müssen nicht nur die Klassiker Apfel und Birne sein: In der Havelland-Mosterei sei auch Ingwersaft in den vergangenen Jahren gefragt gewesen, sagt Achim Fießinger. «Der Hype ist etwas abgeflacht. Aber wir hatten auch schon Leute, die Kiwis aus dem eigenen Garten mitgebracht haben.»