Mehrere Hundert Menschen haben im Berliner Stadtzentrum gegen Sparmaßnahmen und Stellenstreichungen beim Auslandssender Deutsche Welle protestiert. Ein Demonstrationszug zog am Nachmittag vom Alexanderplatz zum Brandenburger Tor. Dort war eine große Plastik des Karnevalskünstlers Jacques Tilly aufgestellt, die Kremlchef Wladimir Putin, US-Präsident Donald Trump und einen iranischen Ajatollah lachend Arm in Arm zeigt – mit dem Slogan «Deutsche Welle gekürzt - Autokraten jubeln».
Zu der Demonstration hatten die Gewerkschaft Verdi und der Deutsche Journalistenverband aufgerufen. Protestiert wird gegen die Kürzung des Bundeszuschusses, die bei der Deutschen Welle 2026 Einsparungen von 21 Millionen Euro erzwingt. Betroffen sind 160 Vollzeitstellen bei dem Sender mit Hauptsitz in Bonn, der Angebote in 32 Sprachen hat und aus Steuergeldern finanziert wird.
«Ein größeres Geschenk kann Deutschland Autokraten wie Wladimir Putin nicht machen», kritisierte der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster. «Ausgerechnet jetzt, da die Demokratie weltweit unter Druck ist, kürzt die Bundesregierung die Mittel für die Deutsche Welle, statt sie aufzustocken.»