Vor einem Jahr rollten aufgebrachte Bauern mit Traktoren durch die Republik. Und auch diesmal bringen sich die Landwirte zur Messe Grüne Woche in Berlin wieder politisch in Stellung. Denn es läuft der Bundestagswahlkampf. «Wir brauchen einen echten Neustart in der Landwirtschaftspolitik», sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied der Deutschen Presse-Agentur. Zum großen Jahresauftakt der Ernährungswirtschaft ab Freitag sieht die Branche eine anhaltend schwierige Geschäftslage - und appelliert auch an die Supermarktkunden.
«Der Motor stottert weiter, das ist leider so», sagte Rukwied. «Bei Getreide ist das Stottern sogar stärker geworden, denn die Perspektiven auf den Märkten sind eher düster.» Bei der Schweinehaltung, die zuletzt als einziger Bereich ein ordentliches Ergebnis erzielt habe, zeigten sich rückläufige Preise. «Daher müssen wir dort auch mit rückläufigen Ergebnissen rechnen.» Arbeitsintensive Kulturen wie Spargel, Erdbeeren oder Wein belaste zusätzlich die Erhöhung des Mindestlohns. «Der einzige Lichtblick ist im Moment der Milchsektor.»