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Brand in Asphaltwerk: Polizei prüft politisches Motiv

Bei dem Feuer in dem Werk entstand Millionenschaden. (Symbolbild) / Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Bei dem Feuer in dem Werk entstand Millionenschaden. (Symbolbild) / Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Millionenschaden, Rauchwarnung und ein brisantes Bekennerschreiben: Warum das Feuer in einem Asphaltwerk nördlich von Berlin mehr als nur ein Unfall gewesen sein könnte.

Nach einem Feuer in einem Asphaltmischwerk in Wandlitz nördlich von Berlin mit einem Millionenschaden prüft die Polizei, ob eine politisch motivierte Brandstiftung dahintersteckt. Dies sagte ein Sprecher des Lagedienstes des Polizeipräsidiums Brandenburg der Deutschen Presse-Agentur. Geprüft werde auch ein auf der Internetplattform «Indymedia» aufgetauchtes Bekennerschreiben, in dem sich eine offensichtlich linksextremistische Gruppe der Tat bezichtigt. Über das Schreiben hatte zuvor der RBB berichtet.

Das Feuer war in der Nacht zu Mittwoch in der Anlage im Stadtteil Schönerlinde ausgebrochen, das am Autobahndreieck Pankow im Berliner Norden liegt.

«Ein gutes halbes Dutzend Brandsätze platziert»

In dem Schreiben der Gruppe heißt es, man habe in der Nacht auf den 11. März – genau 15 Jahre nach der Atom-Katastrophe von Fukushima – das Asphaltmischwerk erheblich beschädigt und vorübergehend stillgelegt. Dessen Betreiberkonzern sei ein «Atomprofiteur», hieß es. «Dazu wurden an diversen Stellen auf den Förderbändern und an den Stromkabeln der Motoren ein gutes halbes Dutzend Brandsätze platziert.» 

Zur Motivlage ist unter der Überschrift «Eine Kreislaufwirtschaft aus Tod und Zerstörung» zu lesen: «Das Unternehmen sichert die Zukunft fossiler Energien, indem es Kernreaktoren, Öl-Pipelines oder Gas-Terminals (wie z. B. in Brunsbüttel) baut, und schöpft gleichzeitig Gewinn aus der Illusion grüner Energie, indem es riesige Windparks oder Wasserkraftwerke errichtet.»

Auf der vom Verfassungsschutz als linksextremistisch eingestuften Plattform Indymedia kann jede und jeder ohne Registrierung Beiträge veröffentlichen – auch anonym oder unter falschem Namen. Schon mehrfach haben sich vermeintliche Bekennerschreiben und andere Veröffentlichungen auf Indymedia als Fälschungen herausgestellt.

Anlage vorerst außer Betrieb

In den Orten Schönerlinde, Wandlitz, Schönwalde, Lindenhof und Berlin-Buch war wegen des Feuers vor Rauchentwicklung und Geruchsbelästigung gewarnt worden. Auf der Homepage des Unternehmens heißt es, das Asphaltmischwerk sei wegen des Brandes vorübergehend außer Betrieb. Ein Termin für den Wiederanlauf stehe noch nicht fest.

Anfang Januar waren bei einem mutmaßlich linksextremistisch motivierten Brandanschlag in Berlin mehrere Starkstromkabel beschädigt worden. Danach fiel die Stromversorgung von 45.000 Haushalten tagelang aus. In einem Bekennerschreiben hatte eine der linksextremistischen «Vulkangruppen» die Tat für sich reklamiert.

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