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Mehr als 200 Rinder weg - Zwei mutmaßliche Viehdiebe gefasst

Mehr als 200 Rinder weg - Zwei mutmaßliche Viehdiebe gefasst
Die Polizei nahm zwei mutmaßliche Viehdiebe fest. (Symbolbild) / Foto: Boris Roessler/dpa
Sie sollen die Tiere aus Brandenburg in Transporter verladen und nach Polen gebracht haben. Nun sind zwei Tatverdächtige in Untersuchungshaft.

Mehr als 200 Rinder sind im Frühjahr über Nacht von Weiden und aus Ställen in Brandenburg verschwunden, der Schock bei Landwirten über das Ausmaß ist groß gewesen. Jetzt hat die Polizei nach der Serie von Viehdiebstählen zwei Verdächtige gefasst. Die beiden Männer sitzen in Untersuchungshaft, wie die Polizei mitteilte. 

Die Ermittler fanden nach monatelanger Spurensuche mehrere gestohlene Rinder bei Durchsuchungen in der an Brandenburg angrenzenden Region Lebus in Polen. Ob es sich bei diesen Tieren tatsächlich um in Brandenburg gestohlene Tiere handelt, müssen erst noch Labor-Analysen zeigen. 

Landwirten vor allem im Süden des Bundeslandes entstand ein Schaden von mehreren hunderttausend Euro. An vier Orten wurden von März bis Mai dieses Jahres jeweils dutzende Rinder heimlich abtransportiert. Schnell war von professionell arbeitenden Tätern die Rede. 

Vorwurf des Bandendiebstahls

Bei den grenzüberschreitenden Ermittlungen wurden die beiden polnischen Verdächtigen im Alter von 46 und 41 Jahren vor einigen Tagen in Polen sowie an der Raststätte im brandenburgischen Berstetal an der Autobahn 13 festgenommen. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) wirft ihnen schweren Bandendiebstahl vor. 

Die Verdächtigen sollen zwischen März und Mai dieses Jahres die Rinder in Viehtransporter verladen und nach Polen gebracht haben. Die Tiere wurden der Polizei zufolge möglicherweise umetikettiert und in Polen neu angemeldet.

Ermittlungsgruppe «Weide» eingerichtet

Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) sprach zuletzt von 244 Rindern, die von Weiden und aus Ställen gestohlen wurden, und einem Gesamtschaden von mehr als 300.000 Euro. Die Polizei verstärkte auf der Suche nach den Viehdieben die Kontrolle von Rindertransporten. Eine Ermittlungsgruppe «Weide» wurde eingerichtet. Es gab Zeugenhinweise auch zum mutmaßlichen Tatfahrzeug.

Noch mehr Täter beteiligt?

Dass neben den beiden gefassten Verdächtigen noch mehr Täter beteiligt waren, schloss die Polizei auf Nachfrage nicht aus. Die Ermittlungen dazu gehen weiter. Wie viele gestohlene Rinder in der Region Lebus gefunden wurden, sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums nicht. 

Jetzt geht es darum, die Tiere zu identifizieren. Dazu kamen Amtstierärzte aus Deutschland und Polen zum Einsatz. Mit Hilfe von Haarproben soll ein Abgleich mit deutschen Rinder-Datenbanken gemacht werden, wie die Polizei erklärte. 

Minister: Vier Monate nicht locker gelassen

Polizei und Innenminister stellten vor allem die enge Zusammenarbeit deutscher und polnischer Ermittler heraus. Vier Monate hätten sie nicht lockergelassen und seien dafür belohnt worden, sagte Innenminister Redmann. Der Ermittlungserfolg bringe den bestohlenen Bauern Gerechtigkeit. Polizeipräsident Oliver Stepien sagte, der Ermittlungserfolg zeige, wie wichtig eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit über Grenzen hinweg sei. 

Betroffener Landwirt: «Wir warten erst mal ab» 

«Das ist für alle Tierhalter und den ländlichen Raum eine sehr gute Nachricht», sagte Agrarministerin Hanka Mittelstädt (SPD). Die Rinder-Diebstähle hätten die Betriebe emotional und wirtschaftlich hart getroffen. 

Betroffene Landwirte nahmen die Nachricht von der Festnahme bislang eher zurückhaltend auf. Denn noch war nicht klar, ob sie Rinder zurückbekommen. «Wir warten erst mal ab, was rauskommt», sagte ein Landwirt aus dem südlichen Brandenburg.

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