Es war die Sorge um einen geliebten Menschen, die bei Union-Berlin-Fan Steffen an 30 Jahren Alkohol-Abstinenz rüttelten. Seine Frau musste in einer lebensbedrohlichen Situation notoperiert werden. «Sie hat Glück gehabt, dass sie noch lebt», erzählt der 61-Jährige. «Wenn Jägermeister im Haus gewesen wäre, hätte ich wahrscheinlich getrunken nach 30 Jahren. Man kämpft ein Leben lang.»
Seit 1994 ist Steffen trockener Alkoholiker und blieb es auch an diesem Tag. Seine Familie und besonders seine Frau haben ihn darin immer unterstützt, sagt er. Doch der Unioner hat bei seinem Herzensverein noch ein zweites Netz gefunden: die Selbsthilfegruppe «Nüchtern betrachtet... mehr vom Spiel». Steffen ist Gründungsmitglied und Sprecher der Gruppe, die 2019 von Margitta Zogbaum, einer Sozialarbeiterin in Rente, ins Leben gerufen wurde.