Büsra Sayed und Amina Ben Bouzid bekommen im Moment einiges ab. Die jungen Frauen wollen an diesem Wochenende «Miss Germany» werden und weil sie dabei einen Hijab tragen, ein Kopftuch, ist ihre Kandidatur für einige - vor allem Männer - alles andere als eine Selbstverständlichkeit.
«Ist Deutsch-Sein eine bestimmte Frisur?»
«Alltagsrassismus haben wir vorher schon erlebt», sagt Sayed, eine 27 Jahre alte Unternehmerin aus Berlin, der Deutschen Presse-Agentur. «Man bekommt rassistische Hate-Kommentare aufgrund des Aussehens, aufgrund des Tuns, aufgrund der Religion und daher kannten wir das schon.» Seitdem sie aber «Miss Germany»-Kandidatin ist und als eine von neun Finalistinnen in der Endrunde steht, sei das Ausmaß ein anderes. «Das wird oft infrage gestellt: Wie willst du denn die deutsche Frau repräsentieren?», sagt sie. «Und da denke ich mir: Okay, ist Deutsch-Sein eine bestimmte Frisur? Dann gib mir einen Frisurenkatalog.»
Ähnlich geht es auch der ein Jahr älteren Amina Ben Bouzid aus Wiesbaden. «Ich vergesse immer selbst mein Kopftuch, weil es für mich so eine Normalität ist. Und erst wenn dann jemand darüber spricht, denke ich: Ach ja, stimmt, es ist ja gar nicht so eine Normalität», sagt sie der dpa.