Brandenburgs CDU-Landeschef Jan Redmann hat Jens Spahn für den Rücktritt als Unionsfraktionschef Respekt gezollt. «Die vergangenen Tage haben gezeigt, wie schwierig es sein kann, politische Verantwortung und höchstpersönliche Lebensentscheidungen in Einklang zu bringen», teilte Redmann der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit.
Spahn habe sich der Debatte gestellt und «für sich die Konsequenz gezogen», weil für ihn seine Familie an erster Stelle stehe, sagte Redmann. «Diese Entscheidung verdient Respekt.» Spahn hatte nach wachsendem Druck seinen Rücktritt als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion erklärt.
Er war in die Kritik geraten, weil er und sein Mann Daniel Funke Eltern mit Hilfe einer Leihmutter in den USA geworden waren. Eine Leihmutterschaft in Deutschland ist verboten. Die CDU spricht sich gegen eine Legalisierung aus, so wie das Spahn in der Vergangenheit auch selbst getan hatte.
Redmann: Manche Kritik ohne Maß und Mitte
Brandenburgs CDU-Chef hält die Kritik an Spahn teilweise für überzogen. «Manche Kritik hatte dabei jedoch Maß und Mitte verloren. Das christliche Menschenbild muss sich auch im Umgang miteinander beweisen», sagte er.
Der Brandenburger CDU-Landeschef geht offen mit seiner Homosexualität um. Er hatte im Jahr 2023 bei Facebook geschrieben, er sei seit 18 Jahren mit seinem Mann zusammen. Im März hatte Redmann davon berichtet, dass er Vater einer 20 Monate alten Tochter ist.
Redmann dankte Spahn: Er habe «unsere Bundestagsfraktion in den vergangenen Monaten mit großem Engagement, klarer Führung und hoher Verlässlichkeit geführt und gerade jüngst Reformen in der Koalition den Weg bereitet. Dafür gebühren ihm Dank und Anerkennung.»
Augustin: Konsequenz zum Wohle der Partei
Die Landesvorsitzende der Frauen-Union Brandenburg, Kristy Augustin, sprach ebenfalls von Respekt für Spahn. «Wir haben ihm und seinem Wirken in der Bundestagsfraktion gerade in den letzten Wochen viel zu verdanken», sagte sie der dpa. «Dass er zum Wohle der Partei die Konsequenzen zieht, ist ihm anzuerkennen.» Sie betonte: «Die Position der Leihmutterschaft bleibt für uns bestehen.»
Die Landtagsabgeordnete, die auch Mitglied des CDU-Bundesvorstands ist, hatte sich zuvor von Spahn eine klarere Positionierung in der Debatte um Leihmutterschaft gewünscht. «Er selbst hat meines Erachtens noch nicht deutlich gesagt, wie er zu unserem eigenen Beschluss (zur) Leihmutterschaft steht», sagte Augustin. Eine Rücktrittsforderung hielt sie nicht für eine Lösung für die Partei.
CDU-Bildungsminister Gordon Hoffmann hatte sich vor dem Rücktritt bei Instagram hinter Spahn gestellt und gesagt: «Ob man ihn mag oder nicht: Fürs Funktionieren dieser Koalition ist er unverzichtbar.»
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