Ein einziger Satz kann politische Karrieren beenden – oder Geschichte schreiben. Und meist ahnt der Akteur die Wirkung vorher nicht.
Als am 10. Juni 2001 der auch in seiner Heimatstadt Berlin eher unbekannte SPD-Politiker Klaus Wowereit auf einem Parteitag ans Rednerpult tritt, kann er nicht wissen, dass der Schlusssatz seiner Rede ihn weit über Deutschland hinaus berühmt machen wird: Und dass er bis heute, 25 Jahre später, politische und gesellschaftliche Auswirkungen haben wird.
«Damit auch keine Irritationen hochkommen, liebe Genossinnen und Genossen, ich sag's euch auch und wer's noch nicht gewusst hat», leitete Wowereit in seiner Bewerbungsrede für die Bürgermeister-Kandidatur sein Coming-out ein. Dann hebt er seine Stimme und es folgt der Satz: «Ich bin schwul und das ist auch gut so, liebe Genossinnen und Genossen.»