«Werdet euch bewusst und verinnerlicht, dass wir keinerlei Schuld am Erlebten tragen», sagt die Pfadfinderin Miriam Glas. Ihre Stimme bricht dabei, sie hat Tränen in den Augen. «Wir haben nicht zu leise oder zu wenig Nein gesagt. Diese Menschen wollten unser Nein nicht hören – egal wie laut.»
Glas ist eine von mindestens 344 Betroffenen sexueller Gewalt im Verband Christlicher Pfadfinder*innen (VCP) in Deutschland. Diese Zahl ist das zentrale Ergebnis in einer Studie zweier Forschungsinstitute über Missbrauchsfälle im Verband, die in Kassel vorgestellt wurde. Es geht um hunderte Übergriffe gegen Kinder und Jugendliche, um Vergewaltigungen im Pfadfinderlager. Zwischen 1973 und 2024 listet die Aufarbeitungsstudie 161 mutmaßliche Täter auf.