Potsdam/Frankfurt (Oder)(dpa/bb) – Die Parteien haben es nach Ansicht des Potsdamer Politikwissenschaftlers Jan Philipp Thomeczek zunehmend schwer mit Kandidaten bei Kommunalwahlen. «Parteien haben ein sehr schlechtes Image», sagte der wissenschaftliche Mitarbeiter der Universität Potsdam der Deutschen Presse-Agentur. «In regelmäßigen Abständen wird Vertrauen in Institutionen, wie Parteien, Parlamente oder Gerichte, abgefragt. Häufig liest man, dass die Mehrheit Parteien misstraut.»
Der Politikforscher sieht deshalb Vorteile für parteilose Bewerberinnen und Bewerber bei Kommunalwahlen. «Wer also ohne "Partei-Ticket" in so eine Wahl geht, kann sich von diesem Image loseisen und kommt möglicherweise besser an», sagte Thomeczek. Außerdem müssten sich Oberbürgermeister ohnehin Mehrheiten im Rat suchen. «Auch hier kann es einfacher sein, nicht einer bestimmten Partei zuzugehören, weil man in der Regel die Unterstützung von mehreren Parteien braucht.»