Neuer Anlauf: Strausberg wiederholt die Bürgermeisterwahl
Zweiter Anlauf für die Bürgermeisterwahl in Strausberg: Die Bürger geben am 20. September erneut ihr Votum darüber ab, wer an der Spitze der 28.000-Einwohner-Stadt nördlich von Berlin stehen soll. Es muss neu gewählt werden, weil die vorherige Abstimmung nach Manipulationsvorwürfen und Wahleinsprüchen im April für ungültig erklärt wurde. Bei der Wiederholungswahl ist die Ausgangslage neu, da sich das Bewerberfeld geändert hat. Vier Kandidaten treten an diesem Sonntag an. Erneut stellen sich die parteiunabhängige Einzelbewerberin und kaufmännische Klinikleiterin Annette Binder und der Gewerkschaftssekretär Knut-Sören Steinkopf für die Linke zu Wahl. Binder war zuvor bei der später annullierten Stichwahl als Siegerin hervorgegangen und bereits für rund vier Wochen Strausbergs Bürgermeisterin. Zwei Einzelbewerber gehen neu ins Rennen: Der Sachgebietsleiter im Finanzamt Strausberg, Stephan Blumenthal, und Robert Krause, der als Unternehmensgeschäftsführer tätig ist. Der frühere Hauptkonkurrent von Binder, Patrick Hübner, tritt nicht wieder an. Gegen ihn waren Vorwürfe der Wahlmanipulation laut geworden. Es ging unter anderem um den Verdacht von Unregelmäßigkeiten bei der Briefwahl und darum, dass das Postfach der Stadt für Wahlbriefe in der Postfiliale Hübners war. Dieser wies die Vorwürfe stets zurück und beklagte eine politische Kampagne gegen ihn. Der Landrat des Landkreises Märkisch-Oderland, Gernot Schmidt (SPD), hatte als Aufsichtsbehörde den ersten Durchgang der Wahl wegen möglicher Auffälligkeiten annulliert und die Stichwahl abgesagt. Dagegen ging Hübner juristisch vor und bekam Recht. Nach einer Gerichtentscheidung war der Wahl-Stopp unzulässig, so dass es zu einer nachgeholten Stichwahl im März kam. Diese gewann Binder mit 60, 8 Prozent gegen Hübner, der in der Hauptwahl zuvor noch als Sieger hervorgegangen war. Dann entschied das Stadtparlament angesichts mehrerer zugelassener Wahleinsprüche aber, dass die Wahl ungültig ist und wiederholt werden muss. Knapp 23.000 Wahlberechtigte können jetzt wieder ihre Stimme abgeben. Erzielt keiner der vier Kandidaten am 20. September die absolute Mehrheit, kommt es zu einer Stichwahl der beiden Bewerber mit den meisten Stimmen. Diese ist für den 11. Oktober angesetzt. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenAnderes Bewerberfeld
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