Logo DieBrandenburger News

Luftwaffenführung in Holzdorf stellt sich neu auf

Luftwaffenführung in Holzdorf stellt sich neu auf
In Holzdorf entwickelt sich ein großer Luftwafffenstützpunkt. / Foto: Sebastian Willnow/ dpa/dpa
In Holzdorf soll einer der wichtigsten Militärstützpunkte im Osten weiter ausgebaut werden. Im Zentrum steht die Ausweitung der Luftwaffe. Ein weiterer Schritt wurde nun gemacht.

Der Luftwaffenstützpunkt Schönewalde/Holzdorf an der Landesgrenze von Sachsen-Anhalt und Brandenburg wächst weiter zu einem der wichtigsten Militärstandorte im Osten heran. Heute wurde das Hubschraubergeschwader 64 am Standort neu aufgestellt, wie ein Sprecher der Bundeswehr sagte. Die Geschwaderführung verlege somit ihren Sitz von Laupheim in Baden-Württemberg nach Holzdorf.

Strukturelle Grundlage geschaffen

Anlass sei die Einführung des schweren Transporthubschraubers CH-47F Chinook. Mit der Umstrukturierung entstehen schrittweise die Voraussetzungen für den künftigen ab Herbst nächsten Jahres beginnenden Flugbetrieb der CH-47 in der Luftwaffe, wie der Sprecher sagte. Es sollen insgesamt drei Staffeln entstehen: Zwei Staffeln übernehmen Aufgaben im Lufttransport, eine weitere ist für Rettungs- und Rückführungsaufgaben vorgesehen.

47 neue Transporthubschrauber

Für die neuen Aufgaben wird der Fliegerhorst Holzdorf umfassend ausgebaut. Bis 2030 sollen laut der Bundeswehr die wesentlichen Baumaßnahmen abgeschlossen sein. «Vorgesehen sind rund 700 zusätzliche, überwiegend militärische Dienstposten sowie 47 neue Transporthubschrauber», sagte der Sprecher. Am Standort sind nach Angaben der Bundeswehr derzeit etwa 2.000 Soldaten und zivile Kräfte stationiert. Der erste Chinook-Hubschrauber soll Ende 2027 in Holzdorf ankommen.

Am Standort soll zudem das Raketenabwehrsystem Arrow 3 aus Israel weiter implementiert werden. Es soll anfliegende Raketen in großer Höhe zerstören können und bis 2030 komplett einsatzbereit sein. Die Beschaffung des Systems ist eine Reaktion auf die Bedrohung durch Russland und soll eine Lücke in der Luftverteidigung schließen.

Aus Strukturfördermitteln investiert Brandenburg rund 100 Millionen Euro in die Region. Unter anderem geht es um Infrastruktur wie Straßen und die Bahnstrecke, aber auch um Kitas, Horte und Schulen. Militärisch werden etwa 700 Millionen Euro in den Standort investiert. Die größte Einzelmaßnahme betrifft nach Angaben der brandenburgischen Landesregierung den Bau von Abstell- und Wartungshallen. Der Fliegerhorst liegt mit dem größeren Teil im Südwesten Brandenburgs und mit dem kleineren Teil im südöstlichen Sachsen-Anhalt.

Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten