Sechs Wochen nach dem Ende ihrer umstrittenen Klebe-Blockaden plant die Letzte Generation die nächste Runde ihrer Klimaproteste. Zum Start eines «Widerstandsfrühlings» soll es am kommenden Samstag (16.3.) an zehn Orten in Deutschland «ungehorsame Versammlungen» geben, das heißt Blockaden durch größere Menschenmengen auf Gehwegen und Straßen. Ob die Klimabewegung damit neuen Schwung holen kann, ist offen. In Zeiten von Kriegen, Wirtschaftsflaute und Demokratieskepsis scheint das Thema plötzlich sehr weit im Hintergrund.
Bei der Pressekonferenz vor dem Schloss Bellevue am Montagmorgen verschluckte ironischerweise teils der Verkehrslärm die Botschaft der Aktivisten. Sie waren extra auf den Gehweg gegenüber vom Amtssitz des Bundespräsidenten gezogen, um ihre Forderungen direkt an Frank-Walter Steinmeier zu richten: Das Staatsoberhaupt solle mit einer Rede an die Nation eine neue Debatte über die Klimakatastrophe beginnen. «Hand aufs Herz: Es ist Zeit für Ehrlichkeit», hieß es in einer Erklärung, die Klimaaktivist Rolf Meyer für die Gruppe verlas.