Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hat sich auf einer Bürgerversammlung im Bezirk Steglitz-Zehlendorf einige Kritik an Krisenmanagement beim großen Stromausfall anhören müssen. Ein Teilnehmer hielt Wegner vor, er habe als Regierungschef zu spät reagiert und es bis heute versäumt, sich dafür sowie für «menschliche Verfehlungen» zu entschuldigen. Eine Frau verwies auf Wegners Tennismatch am ersten Tag des Blackouts am 3. Januar. «Hätten Sie nicht Tennis gespielt, hätten Sie auch telefonieren können», sagte sie.
Zuvor war Wegner bei der Versammlung darauf eingegangen, dass er am ersten Tag nicht in den vom Stromausfall betroffenen Stadtteilen präsent war. Er begründete das unter anderem damit, dass er im Krisengebiet nicht hätte telefonieren können, weil neben dem Strom auch das Handynetz ausgefallen war.
«Ja, es wäre für mich persönlich vielleicht besser gewesen, jetzt auch gerade in der Nachberichterstattung, wenn ich gleich am Samstag hier gewesen wäre», sagte Wegner. «Es hätte den betroffenen Menschen aber nichts gebracht. Nur mir persönlich ein Foto auf Social Media.»